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Wenn Pflanzen wachsen, nehmen sie CO₂ aus der Atmosphäre auf und bauen daraus Biomasse. Ein Teil dieses Kohlenstoffs gelangt über Wurzeln, Pflanzenreste und Bodenorganismen in den Boden und wird dort als organische Substanz (Humus) gespeichert. Dadurch sinkt die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre.
Die Frage lautet: Ist dieser Effekt global relevant?
Die 4 pour 1000-Initiative wurde 2015 auf der UN-Klimakonferenz in Paris gestartet. Ihr Name bezieht sich auf das Kernziel: Die weltweiten Kohlenstoffvorräte in landwirtschaftlichen Böden sollen jährlich um 0,4 % erhöht werden. Böden enthalten weltweit in den oberen 30–40 cm etwa 850–900 Gigatonnen Kohlenstoff – mehr als die Atmosphäre. Eine jährliche Erhöhung um 0,4 % entspräche etwa 3–4 Gigatonnen Kohlenstoff pro Jahr, was in der gleichen Größenordnung liegt wie der jährliche Nettoanstieg von CO₂ in der Atmosphäre.
Eine weltweite Regenerative Landwirtschaft könnte einen großen Teil des jährlichen CO₂-Anstiegs kompensieren.

Gesunde Böden mit einer ausgewogenen Porenstruktur wirken wie ein Schwamm: Sie speichern Regenwasser, geben es an Pflanzen ab und reinigen es, indem sie Schadstoffe filtern und durch Bodenorganismen umwandeln. Gerade in einer sich erwärmenden Welt mit häufiger auftretenden Extremwetterereignissen wie Starkregen und Dürren sind solche natürlichen Wasserspeicher essenziell, um Ernteausfälle und Überschwemmungsschäden abzumildern.
Laut Heinrich-Böll-Stiftung (Bodenatlas 2024), ist der Schutz und die nachhaltige Nutzung von Böden in der Landwirtschaft und in städtischen Räumen entscheidend, damit möglichst viel Regenwasser versickern kann. Maßnahmen wie der Einsatz von Bodendeckern (zum Beispiel Klee oder Lupinen) oder Terrassieren in Bergregionen verbessern die Wasserrückhaltung und reduzieren Erosion. Gleichzeitig wirken Bodenverdichtung durch schwere Maschinen sowie Bodenversiegelung durch Bebauung negativ auf die Wasseraufnahmefähigkeit.